Brustaufbau mit Eigengewebe
Die Rekonstruktion mittels Eigengewebe stellt wohl die idealste Lösung zur Wiederherstellung der Brust dar. Unter Eigengewebe versteht man sowohl den Hautersatz als auch die Volumengabe mit Gewebe von einer anderen Körperstelle; dies im Vergleich zur Füllung des Volumens mittels Verwendung eines Implantats.
Welches sind die Vorteile der Rekonstruktion mit Eigengewebe gegenüber Implantaten?
Die Eigengewebsrekonstruktion führt zu keinerlei Abstossungsreaktionen, da es sich vollständig um Ihr eigenes Gewebe handelt. Die Eigengewebsrekonstruktion wird Ihnen das natürlichste Resultat geben, denn sie obliegt denselben Schwerpunktgesetzen wie die normale Brust. Die so rekonstruierte Brust entwickelt sich im Alter gemäss dem normalen Evolutionsprozess weiter.
Welches sind die Nachteile der Eigengewebsrekonstruktion?
Die Entnahme von Gewebe von einer anderen Körperregion führt zu zusätzlichen Narben und folglich auch Risiken. Diese können zum Beispiel eine Infektion oder Schwächung der Bauchwand bedeuten. Weiterhin birgt eine Eigengewebsrekonstruktion auch ein erhöhtes Risiko von kurz postoperativen Komplikationen an der rekonstruierten Brust, wie Nachblutung, Infektion bis hin zum Verlust der Brust bedingt durch Durchblutungsprobleme.
Welche Körperregionen kommen in Frage zur Eigengeweberekonstruktion?
Der Unterbauch ist die häufigste und bevorzugte Region, da es an dieser Stelle bekanntlich oft ein Überschuss an Haut- und Fettgewebe besteht. Weitere Regionen sind der Rücken, das Gesäss und die Oberschenkelinnenseite. Die Entscheidung für die Wahl der Spenderregion ist abhängig vom Volumenbedarf Ihrer Brust gegenüber der Spenderregion.
Was versteht man unter einem gestielten und einem freien Lappen?
Gewebe, welches von einer Körperregion zu anderen verschoben wird, wird als Lappen bezeichnet. Bei einer gestielten Gewebeverschiebung, bleibt die Blutversorgung intakt. Bei der freien Gewebeverschiebung hingegen wird diese durchtrennt und an einem anderen Ort wieder an die Blutbahn angeschlossen.
Diese Technik wird als Mikrochirurgie bezeichnet.
Mikrochirurgie – Freier Lappen
Nebst den gestielten Transplantationstechniken entwickelte sich in den 70er und 80er Jahren auch die Mikrochirurgie. Man lernte, abgetrennte Gliedmassen und Finger wieder anzunaehen, aber auch Gewebe von einer Koerperstelle bewusst herauszuoperieren und an einer anderen, verletzten Stelle wieder einzupflanzen. Die winzigen Gefaesse (0,5 bis 2 mm im Durchmesser) und Nerven werden mit ultraduennen Faeden unter dem Mikroskop zusammengenaeht. Die Faeden sind duenner als Haare. Heutzutage hat sich die mikrochirurgische Rekonstruktion soweit etabliert, dass es als Standardverfahren bezeichnet werden kann.
Welches ist der Vorteil der mikrochirurgischen Gewebeverschiebung gegenüber der gestielten?
Es gibt keine klobige Gewebsbruecke an unerwuenschter Stelle (Achselhoehle, Brustfalte), bedingt durch den dicken Muskelstiel. Da das Gewebe nicht mehr an einer Stelle (Stiel) fixiert ist, hat man voellige Freiheit in der Modellierung der Brust. Ferner konnte gezeigt werden, dass das Gewebe eine bessere Durchblutung erfährt gegenueber dem gestielten Gewebe. Die mikrochirurgische Technik erlaubt auch den Gewebetransfer von anatomisch sehr entfernten Regionen wie der Po-Bereich (S-GAP, I-GAP) oder der Oberschenkel-Innenseite (TMG).
Warum ist der operative Aufwand hцher als bei einer Implantat Rekonstruktion oder bei einem gestielten Lappen?
Die Entnahme von Eigengewebe beinhaltet die sorgfaeltige Praeparation von Weichteilen und Gefaessen, welche Zeit in Anspruch nimmt. Dies macht den eigentlichen Hauptunterschied aus zu einer Implantatrekonstruktion. Da beim gestielten Lappen nur die Praeparation des Gewebestieles erforderlich ist, ohne Mikrochirurgie, ist der Aufwand geringer.
Welches sind die Risiken der Mikrochirurgie?
Die wohl schlimmste Komplikation ist der Verlust des Lappens. Ein solches Ereignis kommt in erfahrenen Kliniken in ca. 2% der Fдlle vor. Der Grund fuer den Verlust liegt meistens in der Bildung eines Blutgerinnsels in den Gefässen. In gewissen Faellen kann es auch zu Verhärtungen im Fettgewebe führen.


