Rekonstruktion mit Implantat
Eine der Möglichkeiten, den leeren Hautmantel im Anschluss an eine Mastektomie wieder zu füllen, ist die Verwendung eines Implantat . Der Wiederaufbau der Brust mittels eines Implantats ist operationstechnisch bedeutend einfacher und weniger aufwendig als der Aufbau mittels Eigengewebe, aber birgt dafür auch einige Nachteile.
Ist der Brustaufbau mit einem Implantat vergleichbar mit einer Brustvergrösserung?
Nein. Beim Brustaufbau handelt es sich um eine wiederherstellende Chirurgie und bei der Brustvergrösserung um einen kosmetischen Eingriff. Beim Brustaufbau wird Form und Volumen mittels des Implantats wiederhergestellt. Bei der
Brustvergrösserung wird mit einem Implantat lediglich eine Volumenvermehrung erreicht, wobei die Brustform an sich gegeben ist.
In welchen Fällen wird ein Expander eingesetzt?
Wenn das Einbringen eines permanenten Implantats zu starker Spannung an der Haut führt, dann bedarf es den Einsatz eines Expanders, d. h. ein Kissen mit einem Ventilring, das wöchentlich mit einer Kochsalzlösung aufgefüllt wird, bis es grösser als die gesunde Brust ist. Dies ist notwendig, weil die Haut später wieder etwas schrumpft.
Muss der Expander ausgetauscht werden?
Spezielle Expander, wie diejenige vom Typ Becker, müssen nicht ausgetauscht werden. Diese bestehen aus 2 Teilen: einem äusseren Ring gefüllt mit Silikongel und einer inneren Hülle, welche mit Kochsalz gefüllt wird.
Wer eignet sich für eine Implantatrekonstruktion alleine?
Es gibt eine Reihe von Gründe, welche für eine Rekonstruktion mit einem Implantat alleine sprechen.
Was ist ein Implantat?
Ein Implantat ist ein Fremdmaterial, welches aus einer festen, gummiähnlichen Hülle aus Silikon besteht, gefüllt mit Silikon-Gel, Kochsalzlösung oder Hydro-Gel. Silikon ist ein sehr stabiler, chemisch wenig reagierender Kunststoff.
Ist Silikon gefährlich?
Anfangs der 90er Jahre geriet das Implantat Material Silikon nach einer spektakulären Medienkampagne zu Unrecht in Verruf. Nach einer Sammelklage gegen den führenden Hersteller von Brustimplantaten, wurde Silikon in den USA zur kosmetischen Brustvergrösserung bei gesunden Frauen verboten. Umfangreiche Studien konnten inzwischen die vermuteten Zusammenhänge zwischen den Erkrankungen und Silikon widerlegen. Das Verbot von Silikon Implantaten – auch in der Schönheitschirurgie – wurde in den USA als letztem Land 2005 offiziell wieder aufgehoben.
Welches sind die Risiken?
Jedes eingesetzte Implantat führt zu einer so genannten Fremdkörperreaktion. Eine solche Reaktion zeichnet sich durch eine Kapselbildung um das Implantat herum aus. Dies ist eine normale Reaktion und tritt immer auf. In bestimmten Fällen kann es jedoch zu einer Verdickung und Schrumpfung dieser Kapsel (Kapselfibrose) und allenfalls zu Kalkeinlagerungen kommen. Diese können zu schmerzhaften Verhärtungen und Formveränderungen führen, die eine Entfernung oder einen Ersatz des Implantates notwendig machen.
Muss ich mein Implantat auswechseln?
Brustimplantate haben eine begrenzte Lebensdauer, die aber nicht genau voraussehbar sind. Die neue Generation von Implantaten ist nicht mehr mit flüssigem Silikon, sondern mit einem Silikongel gefüllt. Dementsprechend führt eine Ruptur des Silikonbeutels nicht mehr zum Auslaufen des Silikons.
Andererseits kann es auch passieren, dass eine gewisse Menge Gewebeflüssigkeit durch den Beutel in das Implantat eindringen und zu einer Vergrösserung des Implantates führen kann. Dieser Vorgang wird vor allem bei Hydrogelimplantaten beobachtet. Patientinnen mit Brustimplantaten sollten daher regelmässig kontrolliert werden. Speziell junge Frauen müssen im Lauf ihres Lebens mit einem bis mehreren Implantatwechseln rechnen.
Wer eignet sich für eine Implantatrekonstruktion?
- Frauen, welche eine permanente Rekonstruktion, aber mit dem geringsten operativen Aufwand wünschen
- Frauen, welche ein Fremdmaterial in ihrem Körper nicht als störend empfinden
- Frauen, welche bereit wären eine Phase der Hautexpansion zu durchlaufen
- Frauen, welche eine Operation an einer gesunden Körperstelle vermeiden möchten
- Frauen mit einer kleinen Brust, welche aber den Wunsch nach einer grösseren Brust haben und einer entsprechenden Brustvergrösserung auch der Gegenseite nicht abgeneigt sind
- Frauen, welche sich einer beidseitigen Mastektomie unterziehen müssen und eine Rekonstruktion wünschen
- Frauen, welche aus medizischen Gründen keine verlängerten operativen Eingriffe haben können
- Frauen, welche im Anschluss an die Rekonstruktion keine Bestrahlung mehr benötigen


